Alleine in Thailand Charissa Colorado, USA Teil 3 - WirSindDu

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Alleine In Thailand

Mörder sehen genau so aus wie alle andere - Teil 3

Das Flugzeug landete.

Ich holte mein Gepäck aus dem Terminal und die Studenten, die geschickt wurden, um mich abzuholen, kamen auf mich zu: ein Mädchen namens Grace und ein Typ namens Golf. Sie schienen sehr nett zu sein, aber ich dachte auch: “Mörderer sehen genauso aus wie alle anderen.”

Da ich als fast zwei Meter große Frau etwa einen Meter größer war als die beiden,

dachte ich mir, dass ich mich gut verteidigen könnte, falls die beiden mich angreifen. Ich hatte mein Pfefferspray dabei, was ein netter Überraschungsangriff wäre, falls nötig. Sie begleiteten mich zu ihrem Auto in der Parkgarage. Ich dachte mir, hier könnte ich sterben oder auch nicht, denn Parkhäuser scheinen in Filmen Mörder anzuziehen. Wie auch immer, ohne Zwischenfall stiegen wir alle ins Auto und begannen zu fahren. 

Grace war ein philippinisches Mädchen,

dessen Englisch sehr gut war. Ich mochte sie gleich. Golf hingegen sagte nicht viel, aber dann fand ich heraus, warum; er sagte, ich rede zu schnell und er konnte mich nicht verstehen. Sobald ich meine Sprechweise verlangsamte, machte es mir auch Spaß, mit ihm zu reden. Sie waren beide lustig, dachte ich.

Sobald ich jedoch ins Auto stieg, sagten sie, dass es eine zweistündige Fahrt sein würde.
An diesem Punkt wurde mir auch klar, dass ich mein Pfefferspray im Kofferraum des Autos mit meinem Gepäck vergessen hatte.

Ich fragte:
Warum? Ich dachte, der Flughafen ist nur 20 Minuten vom Campus entfernt.
Sie sagten mir:
Das ist der Hauptcampus, du fährst nach Kamphaeng Saen. Mir fiel das Herz in die Hose.

Kamphaeng Saen liegt in Nakhon Pathom, Thailand. Es ist etwa 1,5 Stunden außerhalb von Bangkok. Ich schätze, als ich die Schule recherchiert hatte, hatte ich mir Bangkhen (Hauptcampus) angeschaut und dachte, es sei dasselbe wie der Kamphaeng Saen Campus, sie klangen ähnlich, da sie beide ein “k” im Namen hatten. Ich weiß es gar nicht mehr.
Ich bin manchmal eine Katastrophe. Okay, eher die ganze Zeit.

In Kamphaeng Saen sind, anders als in Bangkok, alle Schilder in Thai. Es ist eine ländliche Gegend, Kasetsart bedeutet “Landwirtschaft” auf Thai. Niemand spricht Englisch, obwohl sie eine Aufnahmeprüfung in Englisch ablegen müssen. Anscheinend können die meisten Englisch lesen und schreiben, aber niemand kann ein Gespräch führen.

Meine Träume von Instant-Freunden wurden ausgelöscht.

Es ist eine kleine Stadt, was bedeutet, dass meine einzige Möglichkeit zum Reisen die öffentlichen Verkehrsmittel war. Dazu kommt, dass alle Busfahrpläne auf Thai sind, die Busfahrer kein Englisch sprechen, also konnte ich nicht nach dem richtigen Weg fragen. Online-Informationen zu den Bussystemen sind nicht vorhanden. Ich war also absolut hilflos. Ich fand auch heraus, dass ich der einzige Ausländer auf diesem Campus sein würde, vielleicht sogar in der ganzen Stadt. Kasetsart Kamphaeng Saen hatte kein Ausländeraustauschprogramm.  All das war sehr beängstigend, aber ich hatte momentan keine andere Wahl, als mich darauf einzulassen, also versuchte ich, positiv zu bleiben.

Als wir an einem Nachtmarkt und einigen sehr schönen Seen vorbeifuhren, kehrte die Aufregung in mir wieder. Wir waren endlich in Kamphaeng Saen angekommen. Alles sah so anders aus, die Abenteuer, die ich erleben könnte, begannen mir durch den Kopf zu gehen.

Ich kam nach Thailand, ohne eine Unterkunft zu haben.

Ich hatte mir noch keine Wohnung ausgesucht. Ich hatte bei Besuchen in anderen asiatischen Ländern die Erfahrung gemacht, dass die Leute Bilder gepostet hatten, die viel schöner waren als die tatsächlichen Unterkünfte, deshalb wollte ich mich nicht auf etwas festlegen, dass ich nicht persönlich besichtigte. Mein Professor mietete tatsächlich eine Wohnung für mich, in der ich den ersten Monat wohnen konnte. Das war sehr nett von ihm. Es war eine schöne, großzügige Wohnung mit einem superharten Bett. Ernsthaft, es fühlte sich an wie ein Stein.

Grace bot mir an, die erste Nacht und den nächsten Tag bei mir zu bleiben da sie nicht wollte,

dass ich die ersten 24 Stunden in diesem fremden Land alleine war. Es war sehr schön, für diese ersten Stunden in Thailand, eine Freundin um sich zu haben. 

Sobald ich angekommen bin, lernte ich viele verschiedene Leute kennen – Big Golf, Tee, Ape und andere. Sie waren alle zu ängstlich, um mit mir zu sprechen, Thailänder neigen dazu, sehr schüchtern zu sein. Grace tadelte sie und sagte ihnen, dass sie mit mir reden müssten, was ich lustig fand, aber die meisten sprachen die ganze Zeit nur Thai. Ich war verloren. Mein neuer Professor, Dr. Jao, gab Grace und Golf Geld, um uns alle zum Essen einzuladen, als Willkommensgeschenk für mich.Er konnte am ersten Abend nicht dabei sein, da er in der Nähe von Bangkok lebte, aber es war eine sehr freundliche Geste. Als ich ankam, war ich sofort von Freundlichkeit und Liebe umgeben, was den ganzen Unterschied ausmachte, damit ich nicht zurück zum Flughafen renne.Grace blieb in dieser Nacht in meinem Wohnheim und erklärte mir die Abläufe.

Am nächsten Morgen wachte ich um 4 Uhr auf und lag lange im Bett, der Jetlag war ein Killer. Grace wachte gegen 7 Uhr auf und machte sich fertig, dann tat ich das Gleiche.

 

Anschließend tranken wir Kaffee in einem kleinen Laden.

Überall, wo wir hingingen, starren mich alle an, denn Ausländer kommen nie in diesen Teil Thailands. Ich stach heraus wie ein wunder Daumen.Ein anderer Student, Ape, holte uns mit seinem Pickup ab und brachte uns zum Labor. Das “Labor” ist eher ein Raum, ein sehr unordentlicher Raum, mit einem großen Schreibtisch, an dem die Studenten an Mechatronik oder an ihren Laptops arbeiteten.
Mir war nie bewusst, wie schön und hochtechnologisch die Labore an der OSU sind, bis ich in dieses eine trat. “Was habe ich aufgegeben?” Schließlich lernte ich meinen Professor kennen, einen sehr netten 53-jährigen Thailänder namens Dr. Jao. Ich konnte seinen Akzent kaum verstehen, als ich ihn das erste Mal traf und er konnte mich auch nicht gut verstehen, er sagte mir, ich würde zu schnell sprechen. Ich war ungefähr einen Meter größer als er und alle anderen im Raum. Alles, was die Leute sagen konnten, wenn sie mich trafen, war, wie groß ich wäre.

Dr. Jao lud mich, Grace, Ape und Big Golf zum Mittagessen ein:

zuerst in einem Restaurant namens Noodle House und danach zu einem Kaffee in einem traditionellen Thai-Kaffee namens Doi Chaang. Ich war noch etwas überfordert, so dass ich am ersten Tag nicht wirklich ich selbst war. Ich lächelte und sagte nicht viel. Aber das thailändische Essen war köstlich, ich aß Guay Tiao Gung (Nudeln mit Garnelen) und Doi Chaang war das schönste Café, das ich je in meinem Leben gesehen hatte. Nach einem sehr langen, zweistündigen Mittagessen fuhren wir zurück zum Campus. Grace zeigte mir ein wenig den Campus, da ich noch kein Student war und nicht viel zu tun hatte. Jeder, überall, glotzte mich an. Ich habe ihr viele Fragen gestellt. Sie scherzte, dass ich eine ziemliche Berühmtheit sei. Grace musste an diesem Abend abreisen, da sie eine ehemalige Studentin von Dr. Jao war und nun in Bangkok arbeitete. Sie musste zurück zu ihrer Arbeit. Ich hatte große Angst, als sie ging.
Sie war die einzige Person, deren Englisch ich verstand und alle anderen hatten zu viel Angst, um überhaupt zu versuchen, mit mir zu sprechen. Ich kam zurück in meine Wohnung, zum ersten Mal in den 24 Stunden seit meiner Ankunft allein.

In den letzten 48 Stunden hatte ich mich von allem, was ich kannte, verabschiedet,

in Gedanken mehrere Fluchten vor potenziellen Entführern geplant, festgestellt, dass ich mich an der falschen Schule beworben hatte, und war in einen neuen und fremden Ort umgezogen, an dem ich die nächsten zwei Jahre leben würde. Es war 3 Uhr nachmittags, was in den Vereinigten Staaten 2 Uhr morgens war. Jeder, den ich kannte und liebte, schlief 9.000 Meilen entfernt. Es gab niemanden, mit dem ich reden konnte. Ich war völlig alleine in einem Land, das ich noch nie zuvor gereist war, und alles, was ich mir denken konnte, war: 

"Habe ich gerade den größten Fehler meines Lebens gemacht?"

Charissa Enget

Hallo, ich bin Charissa.
Ich bin von den Vereinigten Staaten nach Thailand
umgezogen, um meinen Masterabschluss zu machen,
Ich bin das Mädchen, das von Thailand fasziniert ist.
Ihr könnt mehr über mich auf mein Blog lesen

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