Life ResetThomasThüringen, Deutschland - WirSindDu

ARBEIT + LEBEN

Life Reset

Drücke diese Taste, um die Lebenseinstellungen zurückzusetzen.

Ich habe bisher zweimal diesen Knopf gedrückt. Das erste mal im Jahr 2004. Ich war zu dieser Zeit Berufssoldat in der deutschen Armee. Berufssoldat ist ein beamtenähnlicher Status. Das sicherste an diesem Status ist, dass man bis an sein Lebensende finanziell abgesichert ist.

Reset. Refokus. Restart.

Aber Geld ist nicht alles im Leben.

Ich war mit meinem Job völlig unterfordert und totunglücklich, weshalb ich diesen Knopf drückte, um etwas in meinem Leben zu ändern. Ich wechselte also vom 100% sicheren Job beim Staat zum 100% Risiko behafteten Job in der Selbstständigkeit, weil mir das Motto „Mach ich viel, krieg ich viel und mach ich nix, krieg ich nix.“ mehr erfüllte als das Motto „Mach ich viel, krieg ich genauso viel wie mach ich nix.“ 😊

Das zweite Mal musste der Knopf im Jahr 2013 gedrückt werden.

Nachdem ich 2004 den Antrag stellte mein Dienstverhältnis bei der Armee von Berufssoldat auf Zeitsoldat umzuwandeln, verließ ich die Bundeswehr 2006, um mich selbstständig zu machen. Meine Frau war bereits seit 2000 mit ihrer Firma selbstständig. 2010 entschlossen wir uns unsere beiden kleinen Firmen zu einer Firma zusammenzuschließen. Ich war so in der Rolle der Selbstständigkeit gefangen, dass ich vieles nicht mitbekam. Nach der typisch deutschen Denkweise „höher-schneller-weiter“ legte ich mein Hauptaugenmerk darauf die Umsatz- und Gewinnzahlen der Firma vom Vorjahr zu überbieten. Es passierte nicht selten, dass unsere Arbeitstage 16 Stunden lang waren. Ich bekam die Signale um mich herum nicht mit, bis eines Tages meine Frau in unserer Stube umfiel. Ich war irgendwo in der Republik unterwegs und bekam davon nichts mit. Keiner weiß wie lange sie in der Stube lag, bis sie wieder zu sich kam. Sie hatte seit längerer Zeit die Warnsignale ihres Körpers ignoriert, bis ihr Körper sagte:“Mädchen, wenn du nicht hören willst, musst du halt fühlen!“. Ihre Ärztin diagnostizierte ein Burn-Out und riet ihr ein halbes Jahr gar nichts zu tun. Nur wie sollte das gehen, wenn man selbstständig ist?

Wir nahmen uns also eine fünfwöchige Auszeit

an einem einsamen Strand in Tansania und hatten unendlich viel Zeit uns Gedanken über unser Leben zu machen und über den Sinn des Lebens allgemein den Kopf zu zerbrechen. Wir fragten uns also, warum wir uns selbstständig gemacht haben und gaben uns zur Antwort, weil wir ein besseres Leben haben wollten. Hatten wir ein besseres Leben? Nein. Also drückten wir zum zweiten Mal den Knopf und krempelten nochmal alles um. Aus 10 Mitarbeiter sind es jetzt noch 1,5 und „höher-schneller-weiter“ haben wir ad Acta gelegt und gönnen uns jetzt im Jahr größere Auszeiten, wir machen das was uns Freude macht und lassen uns nicht von anderen stressen.

Allerdings war es ein harter Weg,

um zu diesen Erkenntnissen zu kommen, aber wir sind froh, dass wir diese Erkenntnisse erlangt haben.

Sie sind total einfach,

aber viele sehen sie nicht. Das ist so wie mit dem Wald und den Bäumen😉😂.

Erkenntnis Nr. 1:

Du hast nur dieses eine Leben, also fülle es mit soviel positiven Dingen, wie irgendwie geht. Es ist dein Leben und nicht das Leben deines Kunden, deiner Mitarbeiter oder deines Nachbarn. Dein Herz dient nicht nur dazu dein Körper mit Blut zu versorgen, es weißt dich auch auf Wege hin, die du gehen solltest. Dein Verstand ist zwar auch ein Wegweiser, aber der ist im Gegensatz zu deinem Herzen strohdoof.

Erkenntnis Nr. 2:

Am Ende deines Lebens steht der Tod und du kannst nichts mitnehmen.

Ändere deine Sichtweise, betrachte ein Auto als ein Gebrauchsgegenstand, welcher dich von A nach B bringt und nicht als ein Statussymbol. Wenn dir eine Stressless-Couch im Wohnzimmer wichtig ist, dann nur deshalb, weil du dich wohlfühlst, wenn du auf ihr sitzt oder liegst, aber nicht, um deinen Gästen zu imponieren.

Stelle dir die ernste Frage wieviel Geld du zum glücklichen Leben brauchst und wieviel Wert dir die Freizeit ist.

Betrachte die Aufgabe oder Verkleinerung deiner Firma nicht als Niederlage, sondern als neue Herausforderung.

Erkenntnis Nr. 3:

Wenn sich hinter dir eine Tür schließt, öffnen sich anschließend mindestens zwei andere.

Man sollte also keine Angst haben etwas zu beenden, nur weil man noch nichts Neues gefunden hat.

Wir flogen im März 2020, also in der Coronazeit wieder an unserem „Lebensretterstrand“ nach Tansania und wollten im April wieder zurück. Unsere Kontostände waren, wie immer um diese Jahreszeit, sehr weit unten, der Kontoauszug bestand aus Zwiebelpapier, sprich es kamen einen die Tränen, wenn man draufschaute 😂😎.

Die Airlines cancelten die Flüge, Tansania machte wenig später den Luftraum dicht und Tansania (Festland) wurde bei dem Rückholprogramm der Politik nicht berücksichtigt.

Wir kamen dann mit zwei Monaten Verspätung wieder zu Hause an.

Wir dachten anfangs auch, dass die Tür hinter uns zuflog und wir keine Tür zum Öffnen finden würden.

Aber hey, es war die geilste Zeit unseres Lebens und heute stehen wir besser da, als vor unserem Abflug. 😊😎

Das sind wir... die Schüttis,
Thomas und Marina

Wir sind reiseverrückt und lieben es neue Erfahrungen zu machen, neue Länder und Sitten kennenzulernen und einfach mal die Seele an geliebten Orten baumeln zu lassen. Mehr über uns und unsere Reisen auf unser Blog Folge den Schüttis

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