Von Voodoo Systems zu Six Sigma Lean ConsultingStuttgart, Deutschland - WirSindDu

ARBEIT + LEBEN

Wie kommt man von Voodoo Systems zu Six Sigma Lean Consulting?

Mit Voodoo-Zauber? Das ist mein Weg und meine Geschichte.

Ich bin in einem kleinen Dorf im Schwarzwald an der Grenze zu Frankreich aufgewachsen.

Mein Name ist Dominik Vollmer und habe im Jahr 2013 Six Sigma Lean Consulting gegründet.

Am Anfang war ich der einzige Gesellschafter und nach 4 Jahren ist Xavier als Partner hinzugekommen.

Von klein auf hatte ich einen unternehmerischen Geist. Beispielsweise konnte ich als Kind meine Eltern überreden, mir einen Computer zu kaufen. So konnte ich damals im FidoNet surfen (so eine Art Vorläufer des Internets) und einfache Software für Computerzeitschriften programmieren, die mit 100 DM vergütet wurde. Die Leser der Zeitschriften mussten dann tagelang Zahlenkolonnen abtippen, um die Software zu nutzen.

Voodoo Systems

Als Jugendlicher begann ich für eine lokale Computerfirma zu arbeiten, wo ich Computer kundenspezifisch konfektionierte und reparierte. Ich habe immer gern Probleme gelöst und war wirklich gut damit: Nach einer Weile wurde mir klar, dass ich so ein Geschäft alleine betreiben konnte.
Also gründete ich mein erstes eigenes Unternehmen. Ich war 20 Jahre alt und meine Firma hieß Voodoo Systems. Ich baute nicht nur mein eigenes Kundennetzwerk von lokalen Unternehmen und Privatpersonen auf, sondern auch meine Familie und Freunde hatten Computer, die meine Marke trugen.

In den ersten Jahren meines Studiums als Wirtschaftsingenieur an der Uni Karlsruhe traf ich die logische Entscheidung, Voodoo Systems zu schließen, um mich voll auf mein Studium zu konzentrieren. Diese Entscheidung lohnte sich, ich verbrachte ein Auslandsjahr in Lyon, genoss meinen Aufenthalt in Südfrankreich und hatte eine gute Verbindung zu den Franzosen und deren Kultur. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum ich und Xavier auf der persönlichen Ebene so gut zusammenpassen.

Lean Management

Im Grundstudium hatte ich die Möglichkeit, ein Praktikum bei der Daimler-Benz AG zu machen. Dort wurde ich zum ersten Mal mit Lean Management konfrontiert. Vor mehr als 20 Jahren nannte es dort niemand Lean, der damalige Begriff dafür war KAIZEN, was japanisch ist und mit „Veränderung zum Besseren“ übersetzt werden kann.
Ich durfte erleben, wie man mit ganz einfachen Prinzipien unglaublich große Produktivitätssprünge erreichen kann. Wie man in einer einzigen Woche eine 50-prozentige Verbesserung erzielt. Wie eine Woche alles verändern kann. Ich meine nicht in einer Woche ein Verbesserungspotenzial aufzeigen. Nein, innerhalb einer Woche wurde alles umgesetzt.
Diese Erkenntnis hat mich stark geprägt und mich hochgradig motiviert, diesen Ansatz später weiterzuverfolgen. Ich war stolz, dass ich bereits als Student im Grundstudium bei Mercedes als jüngster Mitarbeiter in der Abteilung KAIZEN weiterhin freiberuflich tätig sein durfte.

Six Sigma

Beim gleichen Unternehmen startete ich auch später ins Berufsleben.
Mein erster Job: Inhouse-Berater in der Mercedes-Qualitätszentrale PKW in Stuttgart. Wenige Jahre später kam die Fusions-Krise mit Chrysler und ich durfte eine Black Belt-Training besuchen und erstellte ein Konzeptpapier zur Einführung von Six Sigma auf Konzernebene.
Daimler-Chrysler wurde damals von Bereichsfürsten regiert und war Lichtjahre davon entfernt, einen solchen Ansatz in der Fläche zu praktizieren.
Ich konnte nicht ahnen, dass ich, obwohl noch weitgehend grün hinter den Ohren, mit meinem Papier den Grundstein für den späteren weltweiten Rollout von Six Sigma beim Mercedes gelegt hatte.

Doch das brauchte Zeit. Im Rahmen eines konzernweiten Restrukturierungsprogramms wurde unsere Inhouse-Beratung aufgelöst und in eine zentrale Qualitätsabteilung überführt, deren Ziel es war, Six Sigma und weitere Problemlösungsmethoden in der PKW-Sparte zu etablieren, zunächst in Deutschland, dann weltweit.
Zusammen mit meinem damaligen Abteilungsleiter durfte ich nach Detroit fliegen, um über das Black Belt Programm zu berichten, das bei Chrysler bereits eingeführt war. Heute sind tausende Mitarbeiter in Six Sigma ausgebildet. Obwohl ich mit dem eingeschlagenen Weg des Öfteren nicht einverstanden war, war ich stolz, dass das erste Konzeptpapier dafür aus meiner Feder stammte. An dem Tag als Dr. Zetsche und alle Vorstände sich dafür entschieden, durfte ich mit im Raum sein. Ich war aber nicht wichtig genug, selbst vortragen zu dürfen.

Das sollte der Weg sein,

dem ich für den Rest meines Lebens folgen würde.
Das Black Belt Programm bei Mercedes zielte auf die Qualitätsverbesserung der Produkte ab und ich durfte Six Sigma gemeinsam mit einem externen Berater in die Umsetzung bringen.
Sein damaliger Chef war Michael Harry, der „Father of Six Sigma“, dem laut Wikipedia die Entwicklung des Six Sigma-Konzepts zugeschrieben wird.

Nach einigen Jahren wollte ich mehr von Lean kennenlernen. Viele meiner Abteilungskollegen hielten nicht viel davon, weil sie es einfach nicht kannten. Weil sie, geblendet durch die tägliche Arbeit mit Bohrmaschine und Spezialdübeln, die Vorzüge von Hammer und Nagel völlig unterschätzten.
In meiner früheren Tätigkeit im Bereich KAIZEN hatte ich die Schlagkraft und atemberaubende Umsetzungsgeschwindigkeit von Lean erlebt.
Mir war von Anfang an klar, dass die Kombination der Ansätze zum größten Erfolg führen musste.

Partnerschaft mit Xavier und Andreas

Ich bin in den Bereich Mercedes-Produktionssystem gewechselt und durfte nach Abschluss der einjährigen Lean-Ausbildung Mitarbeiter und Führungskräfte in Lean trainieren und Projekte als Expertentrainer begleiten. In dieser Zeit wurde die Basis für meine spätere Partnerschaft mit Xavier und Andreas gelegt.
Andreas hatte ich zuerst kennengelernt. Mein erstes Lean-Projekt war in Berlin und Andreas war dort tätig. Von Anfang an hatte ich großen Respekt, er war weiter als ich und ein sehr geschätzter Kollege. Als er sich wenige Jahre später selbstständig machte, bewunderte ich seinen Mut, Mercedes zu verlassen, um Lean Management in Krankenhäusern zu implementieren. Seine damalige Entscheidung und seine Erfolge ermutigten mich 3 Jahre später, das gleiche zu tun und ebenfalls meine eigene Beratungsfirma zu gründen.
Xavier war wie ich als Inhouse-Consultant und -Trainer tätig. Was ich in der PKW-Sparte tat, machte er bei den LKWs. Wir haben von Anfang an sehr gut zusammengepasst: Wir hatten die gleiche Passion für Lean und Six Sigma und haben uns von Anfang an verbündet, um die Kombination aus beidem beim Daimler zu etablieren. Eigentlich war unsere Idee, unsere Erfahrungen in einem Buch niederzuschreiben. Wir wollten den Ansatz dadurch in die Welt tragen. Das Buch haben wir nie geschrieben, stattdessen arbeiten wir heute zusammen in unserer eigenen Firma. Mit der gleichen Mission.
Ob das Buch noch kommt? Mal abwarten.

Change Management

Eine weitere Komponente führte uns später zur Quadrant Academy, wo Andreas, Xavier und ich uns zusammengeschlossen haben.
Bei Daimler wurden wir von einer erfahrenen Psychologin zum systemischen Berater ausgebildet. Das war der Wendepunkt. Jetzt waren wir nicht nur Experte in Lean und Six Sigma, sondern wussten auch, wie man Skeptiker überzeugt und Menschen bewegt. Change Management war die fehlende Komponente. Man lehrte uns, wie man Menschen – das wichtigste Element in einem Prozess – emotional mitnimmt, überzeugt und Wiederstände als Chance sieht und zum Vorteil nutzt.

Widerstände waren „das“ Grundproblem, das wir alle 3 bis dahin nicht lösen konnten. Man gab uns Techniken an die Hand, wie man Menschen dazu bringt, von sich aus selbst zu erkennen, dass die Veränderung Vorteile bringt. Wie man positives Denken aktiviert. Wie man Veränderungsdynamik erzeugt. Das war das fehlende Teil in unserem Puzzle. (Illustration von Zahnräder).

Six Sigma Lean Consulting und Quadrant Academy

Bewaffnet mit all diesem Wissen war die Zeit reif für Six Sigma Lean Consulting und etwas später für die Quadrant Academy. Anfangs eine „One-Man-Show“. Heute eine Akademie mit einem neunköpfigen Team hochmotivierter „Lean-Begeisterter“.

Meine ersten Kunden

Der Weg dorthin startete mit meinem ersten Großkunden. Das war Festo.
Daran war nicht zu denken. Festo hatte Lean und Six Sigma schon in der Produktion mit Erfolg praktiziert – und die Idee war es, Lean Six Sigma nun auch im administrativen Bereich umzusetzen. Dazu gab es eine Ausschreibung, zu der 10 Bewerber eingeladen waren. Unter ihnen waren praktisch alle großen etablierten Trainings- und Beratungsunternehmen mit Lean Six Sigma-Expertise im deutschsprachigen Raum. Und ich als One-Man-Show und völlig unbekannter Außenseiter.

Am Ende habe ich die Ausschreibung gewonnen und den Auftrag gemeinsam mit der Festo Training & Consulting erfolgreich durchgeführt. Bis heute weiß ich nicht genau, wie ich das geschafft habe. Ein Mitarbeiter sagte mir später, dass die anderen Bewerber in erster Linie ihre Trainings vorgestellt hatten, da es ja eine Trainingsausschreibung war. Ich bin bis heute davon überzeugt, dass Trainings nur eine Komponente unter vielen ist. In meinem Konzept zeigte ich auf, wie man die richtigen Projekte auswählt, sie zuschneidet und die Komplexität reduziert, um sie erfolgreich zu bearbeiten. Und wie man Trainings so durchführt, dass nicht die Ausbildung der Teilnehmer, sondern die Zielerreichung der Projekte im Mittelpunkt steht. Das hat den Unterschied gemacht – und Festo ist bis heute einer unserer treuesten Kunden.

Auf was bin ich stolz?

Ich bin stolz, dass alle unsere Kunden, die uns jemals beauftragt haben, immer noch unseren Kunden sind. Noch nie haben wir einen Kunden verloren. 100% Retention rate. Das macht uns allen sehr stolz.

Wir haben ein sehr partnerschaftliches Verhältnis mit allen unseren Kunden. Sie wissen, dass wir nicht einfach Geld verdienen wollen, sondern dass wir hochmotiviert sind, Lean Six Sigma in ihren Unternehmen zum Erfolg zu bringen.
Das treibt uns an.
Heute betreut jeder von uns knapp hundert Projekte pro Jahr, wenn nicht grade eine Pandemie dazwischenkommt. Zu Daimler-Zeiten war es gerade mal eines pro Quartal. Wir haben gelernt, mit wenig Ressourceneinsatz viel zu erreichen.

15 Millionen € Einsparung

Ein Erlebnis, dass mich besonders Stolz macht: Ein Lackhersteller hatte 2 Institute engagiert – und jahrelang erfolglos versucht, ein hochkomplexes Problem in der Produktion zu lösen. Mit Hilfe von Lean Six Sigma konnten wir es nach einigen Monaten lösen – aber vor allem auch mit Change Management. Es war ein echter Kraftakt: Das größte Problem war nicht die Komplexität des Problems, sondern dass die Mitarbeiter anfangs selbst nicht daran glaubten, es überhaupt noch lösen zu könnten. Diese „Nuss“ zu knacken war schwieriger als das eigentliche technische Problem. Am Ende hatten wir über 15 Millionen Euro Ersparung. Dieser Kunde hat sich mittlerweile dazu entschieden, Lean Six Sigma in die Fläche zu bringen. Eine bessere Startbasis für den Lean Six Sigma-Rollout kann man nicht haben. Und darauf bin ich sehr stolz.

Natürlich arbeite ich nicht nur..

Ich bin verheiratet, habe eine wunderbare Frau, Anja, die mittlerweile übrigens unser komplettes Backoffice stemmt und uns tagtäglich den Rücken freihält, wenn wir beim Kunden sind, obwohl sie das beruflich nie gelernt hat. Und zwei wundervolle Kinder, Jannis und Lea. Wir alle haben eine Leidenschaft für Südafrika und suchen nach jeder Möglichkeit, dort Zeit zu verbringen. Das ist unser Zufluchtsort, wenn uns die Arbeit über den Kopf wächst … und unsere Inspiration und Lebensfreude.

Wir spielen Tennis, wir fahren Ski, wir spielen Schach und haben immer viel Spaß dabei, alles zusammen zu tun. Jannis ist 10 Jahre und entwirft mittlerweile Lego-Modelle, die in meinen Augen besser sind als viele Modelle von Lego. 

Unsere 7-jährige Lea ist durch und durch hundeverrückt und träumt gefühlt seit 6,99 Jahren von ihrem ersten Hund. Es wird ein Traum bleiben – wir sehen absolut keinen Platz für ihn in unserer Stadtwohnung. Aber manchmal wird aus Träumen Realität. In diesem Fall hoffen wir, sie ändert ihren Traum.

Dominik Vollmer

Dominik Vollmer

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