Was Corona mit neonfarbigen Hoodies zu tun hat SandraBerlin, Deutschland - WirSindDu

ARBEIT + LEBEN

Was Corona mit neonfarbigen Hoodies zu tun hat.

Mein Name ist Sandra.

Mein Name ist Sandra. Eigentlich habe ich auch einen 2. Vornamen. Der steht aber nur in meiner Geburtsurkunde – Maria. Sandra Maria heiße ich also. Meine Mutter hat sich eingebildet, dass Sandra Maria so klingt wie Santa Maria. Immerhin das Lied, dass sie und meinen Vater zum Altar begleitet hat. Die Ehe hält seit mittlerweile >35 Jahren. Scheint also ein gutes Omen zu sein. Ich bin 34 Jahre alt und in Wien geboren.

Ich war schon immer ein Energiebündel.

Um ehrlich zu sein habe ich meine Eltern, glaube ich, regelmäßig an deren Belastungsgrenze gebracht. Ich liebe Sport und vor allem Bälle seitdem ich denken kann. Mit 5 Jahren habe ich begonnen Tennis zu spielen. Seitdem begleitet mich dieser wundervolle Sport.

Tennis ist quasi meine längste Beziehung und meine größte Konstante im Leben.

Vieles hat sich verändert nur meine Leidenschaft zum Tennis nicht. Für einen kurzen Augenblick hatte ich Ambitionen daraus meinen Beruf zu machen. Aber am Ende des Tages wollte ich es bei einem Hobby belassen. Mittlerweile habe ich auch eine Trainerlizenz und liebe es Kinder zu trainieren. Immer auf der Suche nach einem neuen kleinen Roger Federer. Roger Federer, der beste Tennisspieler aller Zeiten. Darüber streiten sich ja die Geister ein wenig. Für mich stellt sich die Frage nicht. Wenn man es schafft etwas durchaus komplexes und äußerst kraftaufwendiges so einfach und simpel aussehen zu lassen, dann kann das nur von einem anderen Stern kommen. Tennis hat im Übrigen, unendlich viele Parallelen zum normalen Leben. An dieser Stelle eine Ode an die Eltern da draußen. 

Lasst eure Kinder Tennisspielen. Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen! 🙂

Aber zurück zu mir und meinem Leben. Vorweg schon mal. Keine meiner Stationen war a la 5 Jahresplan oder dergleichen geplant. Ich war interessenstechnisch schon immer sehr breit aufgestellt. In der Unterstufe im Gymnasium wusste ich noch nicht mal ob es eher in die technische oder doch in die wirtschaftliche Richtung gehen soll. Logische Konsequenz war am Gymnasium bleiben und sich erstmal allgemein weiterbilden. Für mich war dann irgendwie klar, dass ich studieren möchte. Warum genau weiß ich gar nicht mehr. Das Studium sollte mich irgendwie so aufstellen, dass ich später mal einfach einen coolen, gutbezahlten Job finde in einem namhaften Unternehmen.

Irgendwie ist das auch genauso gekommen.

Ich habe in Baden bei Wien mein Abi (in Österreich Matura genannt) gemacht. Meinen Bachelor of Arts in International Business Consultancy, war dann an der Fachhochschule in Wiener Neustadt; mit Schwerpunkt Marketing & Sales. Im 4. Semester habe ich ein Auslandssemester in Paris verbracht. Das war geil. Der Fokus war in den 6 Monaten ganz klar nicht aufs Studieren. Die Zeit hat aber meine Lust nach dem Ausland geweckt. Das es mich letztlich nach Deutschland verschlägt, konnte man da ja nicht wissen. Wendepunkt war das 6. Semester – Praktikum. Auftrag der FH war „Sucht euch einen Praktikumsplatz in einem Unternehmen, wo ihr euch vorstellen könntet, dass man euch übernimmt. Tätigkeitsschwerpunkt ist nicht soooo wichtig“ Ans Übernehmen habe ich damals noch gar nicht gedacht. Dachte eher, dass das lächerlich ist…Ich habe mir ein paar Zeitungen zusammengesucht und willkürlich Mails von Ansprechpartnern von Unternehmen gesammelt, die ich kannte. Heute wo ich weiß wie Prozesse in Großkonzernen funktionieren, 

weiß ich das mein Weg in den Daimler Konzern eigentlich nicht möglich ist. ABER es hat funktioniert.

Eine Mail an Frau Müller (weiß ihren Namen leider nicht mehr). Einen Tag später ein Telefonat, ein paar weitere Tage später, ein Vorstellungsgespräch… in Stuttgart beim Daimler in der Personalabteilung die für Asien zuständig ist. Stuttgart… Nicht zwingend meine Traumstadt, aber immerhin. Daimler…  nicht zwingend mein Traumunternehmen… Ich bin zwar auch schon damals sehr gerne Auto gefahren. Aber ein Auto-Fan… davon war ich weit entfernt. Dennoch nicht die schlimmste Wahl 🙂

Personalabteilung… verdammt… wollte ich nicht ins supercoole Marketing?!

„Ist ja keine Entscheidung für’s Leben“, dachte ich mir.
Und los ging es mit der Daimler Laufbahn, die irgendwie länger gedauert hat als ich damals vermutet hatte. Nun fragt man sich warum dieses Praktikum zwingend erwähnt werden muss. Nun ja, … es ist letztlich der Moment in meinem Leben gewesen, 

als ich Walter Schaff kennen lernen sollte
(Achtung, das ist keine Liebesgeschichte!)

Walter war früher ein hoher Manager beim Daimler. E2 nennt man das intern. Personaldirektor für komplett Asien. Wow. Eine Hierarchie-Ebene die damals in 2007 durchaus noch einem Halbgott glich. Walter war das völlig wurscht. Hierarchie hin oder her. Ich war noch keine 3 Tage bei ihm in der Abteilung prompt hat er mir, der kleinen Praktikantin, diverse Themen auf den Tisch gelegt und gesagt „mach mal“. Höchst untypisch. Ich mochte ihn sehr von Tag 1 an. Er war völlig unkonventionell und mochte es Grenzen zu überschreiten bzw. haar scharf daran vorbei zu tanzen. Um den Daimler Part noch ordnungsgemäß abzuschließen…

Daimler ist, wenn ich es mir recht überlege neben Tennis meine 2. längste Beziehung

Ich habe nach dem Praktikum noch einen berufsbegleitenden Master drangehängt, danach bin ich fest eingestiegen über CAReer, das Trainee-Programm. Ich habe danach spätestens alle 3 Jahre Abteilung und Verantwortungsbereich gewechselt. Langweile ist nicht so meins. So habe ich die PKW-Welt kennengelernt, dass Transporter & VANS Imperium, Marketing, Personalmarketing, Employier Branding, Projektgeschäft, Linientätigkeiten, ich war in Stuttgart, Berlin, Peking im Einsatz, für alle 3 Vertriebsstudien tätig. Ich habe unheimlich viele tolle Leute kennen gelernt, wahnsinnig tolle Schulungen besuchen dürfen, bin herumgereist. Und trotzdem war ich irgendwie irgendwann nicht mehr glücklich. Ich bin irgendwie in den Konzern gestolpert und habe es mir über die Jahre immer wieder so gerichtet, dass es gepasst hat. Alle paar Jahre habe ich hinterfragt, ob ich noch am richtigen Ort bin. Irgendwas in mir hat mir gesagt „Nein, bist du nicht“. Aber meine halbherzigen Bewerbungsversuche nach extern haben mir in der Entscheidungsfindung nicht wirklich geholfen. Viele haben mir immer erzählt, dass sie von Headhuntern angeschrieben werden und unendlich tolle Jobs angeboten bekommen. Bei mir was das irgendwie nicht so. Ich war ja nicht wirklich unglücklich. Dennoch habe ich gemerkt, dass da was ist. Zwischenzeitlich habe ich den Weg in Richtung Führungslaufbahn eingeschlagen. Das ist in einem Konzern wie Daimler keine Sache, die von heute auf morgen passiert. Das ist richtig harte Arbeit. Und zwar Jahrelange. Irgendwann, um genau zu sein am 14. November 2018, hatte ich das Assessment Center in der Tasche. Und ehrlicherweise. Rückwirkend betrachtet war das der Wendepunkt. Der Moment als mein Abnabelungsprozess begonnen hat. Ich wollte einen Job, in dem ich Menschen führen konnte. Aus verschiedensten Gründen hat das aber nicht geklappt. Mir fehlte es an einer Perspektive. Sowohl intern als auch extern wusste ich nicht so richtig was tun. Um den Part abzukürzen…

Dann kamen Corona und die Kurzarbeit.

Auf den Tag genau am 9. Juni 2020 schreibt mich Walter (ihr erinnert euch?!) an und fragt mich ob ich Zeit hätte mich mit ihm zu treffen. Er wolle mit mir reden.

Er möchte mir von seiner Gründung erzählen - Talknow.

Was ich nicht wusste… Walter lebte genau wie ich bereits seit Jahren in Berlin. Wir hatten uns nur komplett aus den Augen verloren. Über eine gemeinsame Freundin habe ich hin und wieder mal eine Geschichte von ihm gehört. Mehr aber auch nicht. Walter hat schon immer ein Händchen für den Moment bewiesen. Er hat mich gelockt genau in dem Moment als ich äußerst anfällig war für einen radikalen Jobwechsel. Vom sicheren Hafen eines Großkonzerns in die Fänge eines Pre-Seed Startups. Genau mein Ding. In meinem tiefsten Inneren hatte ich schon immer das Gefühl, dass die Startup Welt genau meine ist. Ich bin beim Daimler schon 2010 mit Neon Hoodies herumgelaufen. Das fand man dort damals nicht so passend. An sich galt ich als die Unkonventionelle die immer gern aneckt. Durch Talknow sah ich die Chance endlich mal den lang ersehnten Tapetenwechsel vorzunehmen. Es war ein Prozess. Erst habe ich reingeschnuppert. Schnell habe ich festgestellt, dass Schnuppern in der Startup Welt nicht ist. Tief drinnen im Wasser war ich von Sekunde 1 an. 

Aber ich fand es geil.

Ein Unternehmen von Grund auf aufzubauen und zum Laufen zu bringen entspricht absolut meinem sportlichen Ehrgeiz. Damit meine ich nicht, dass es leicht ist. Im Gegenteil. Wenn ich Sicherheit gesucht hätte, dann hätte es mich nicht vom gemachten Nest eines Großkonzerns weggetrieben.

Ich bin bei Talknow eingestiegen als CMO.

Mittlerweile hat sich Walter ein wenig zurückgezogen und mir die Zügel in die Hand gegeben. Zusammen mit meinem Team versuchen wir nun mit Talknow die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Mein Berufsleben ist sicherlich aktuell unsicherer denn je, aber ich fühle mich angekommen.

Ach so, … alle guten Dinge sind 3.

Ich habe bereits meine längste Beziehung, Tennis, meine 2. Längste, den Daimler erwähnt. Meine 3. Längste, die mittlerweile aber auch schon >7 Jahre andauert ist meine große Liebe, meine Frau Ulli. Und wenn wir uns ehrlich sind, geht’s doch im Leben genau darum. 

Den oder die Menschen zu finden mit denen man alt werden möchte.

Sandra Karner

CEO, Talknow

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