Wenn ich richtig gut bin, schaffe ich es auch so... - WirSindDu

ARBEIT + LEBEN

Wenn ich richtig gut bin, schaffe ich es auch so

habe ich mir gesagt, als ich mich gegen ein Studium entschieden habe. Das war leichtfertig, naiv und extrem selbstbewusst.

Meine Kindheit

war geprägt von verschiedenen Einflüssen: die spontan erfundenen Geschichten meiner Oma, die meist aus der Perspektive von kleinen Mäusen erzählt wurden, meines Vaters Hingabe zur Fotografie, die er letztlich sogar beruflich nutzte und die meine Schwester dazu motivierte, eine Ausbildung als Fotografin zu machen, und meine eigene Kreativität. Ich konnte gut zeichnen, war musikalisch, und sobald ich die ersten Buchstaben schreiben konnte, wollte ich Autorin werden. Im Alter von sechs Jahren erschuf ich mein erstes Werk: „Die kleine Schnecke“.

Doch als es an die Berufswahl ging,

dachte ich praktisch. Meine Lehrerin wollte, dass ich Journalismus oder Germanistik studiere. Aber ich interessierte mich weder für Kultur noch für Politik noch für Wirtschaft und war zudem unsportlich. Worüber sollte ich also schreiben? Und Germanistik? Walther von der Vogelweide hatte mich immer zu Tode gelangweilt. Und alle Studenten, die ich kannte, fand ich „irgendwie doof“. In meiner Familie hatte niemand studiert, und auch wenn meine Eltern signalisierten, dass sie mir ein Studium gut und gerne finanzieren konnten, entschied ich mich dafür, eine Ausbildung als Industriekauffrau zu machen. Denn ich wollte Kinder und dachte mir, das sei ein Beruf, der sich gut mit einer Teilzeit-Tätigkeit vereinbaren lassen konnte.

Tatsächlich war ich in einem kaufmännischen Beruf

gut aufgehoben, besonders im Sekretariat. Meine Neugier auf Psychologie befriedigte ich, indem ich zeitweise in einer psychologischen Praxis arbeitete. Ein internationales industrielles Umfeld bewegte mich dazu, mich weiterzubilden, und so qualifizierte ich mich zusätzlich als Übersetzerin für die englische Sprache. Zudem schenkte ich zwei klugen und hoch talentierten Töchtern das Leben. Aber als ich 43 Jahre alt war, dachte ich an meine Träume und daran, wie einfach ich mir das vorgestellt hatte, „nebenbei“ trotzdem Autorin zu werden. Ich hatte ein paar Manuskripte an Verlage geschickt, doch hier ins Geschäft zu kommen, gleicht einem Sechser im Lotto. Ich hatte auch eine gewisse Leidenschaft für die Fotografie entwickelt und begann, an den verschiedensten Fotowettbewerben teilzunehmen.

 

Am 24. August 2013 las ich einen Artikel

über einen Verlag in einem benachbarten Ort, der zu den Themen Niederrhein und Familien publizierte. Seit Jahren hatte ich aus eigener leidvoller Erfahrung motiviert bereits Ziele und Orte zusammengetragen, die man mit Kindern oder Gästen der Familie am Niederrhein besuchen konnte und immer darüber nachgedacht, dass bisher speziell für den nördlichen Niederrhein nichts Derartiges veröffentlicht worden war. Doch Touristen-Informationen oder ähnliche Institutionen erschienen mir nicht der richtige Ansprechpartner. Ich schickte eine knappe sechszeilige E-Mail an den Verlag:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe schon des öfteren zusammengetragen, was ich in einem Ratgeber “Niederrhein mit Kindern” oder “Mit Kindern den Niederrhein entdecken” empfehlen würde. Dies gründet sich auf eigenen Erfahrungen, von Familienausflügen bis hin zum Bewirten und Sightseeing mit kanadischen Besuchern. Der Ratgeber sollte sich sowohl an Touristen als auch an Einheimische richten und neben den üblichen Attraktionen auch (kostenlose) besondere Orte enthalten, besonders schöne Spielplätze und kinderfreundliche Cafés und Restaurants.
Wäre so etwas interessant für Sie?

Am 31. August 2013 erfolgte die Antwort des Verlegers mit der Bitte um eine Vorstellung meines Konzepts bei einem persönlichen Gespräch. In fieberhafter Eile trug ich an jenem Wochenende meine Ideen zusammen, arbeitete sie aus und brachte auch meinen Lebenslauf auf Vordermann. Drei Tage später stellte ich das Ganze im Verlag vor und wirkte wenig überzeugend: die kleine Sekretärin, die gerne Autorin sein möchte. Dennoch zündeten die Idee und meine beiden Probekapitel, die ebenso akribisch überprüft wurden wie die Marktfähigkeit meiner Idee. Ende September erhielt ich Bescheid, dass das Projekt realisiert würde. Ich sauste los und besuchte Orte und fotografierte, was das Zeug hält. Ende Dezember war das Manuskript fertig und alle Fotos im Kasten. Im März 2014 erschien mein erstes Buch „Niederrhein mit Kindern“ im Pagina-Verlag. Meine Konzeption wurde praktisch 1:1 umgesetzt – etwas, das ich gar nicht genug wertschätzen kann! Von meinem ersten Honorar kaufte ich mir eine gute Systemkamera. Seitdem erschienen vier weitere Bücher, die letzten drei als Auftragsarbeiten für einen weiteren Verlag für Regionalliteratur. Neben dem Thema Freizeit durfte ich mich auch mit „dunklen Geschichten“ sowie „Burgen und Schlössern“ befassen.

An anderer Stelle meinte das Schicksal

es ebenfalls gut mit mir, denn neben dem Niederrhein gibt es eine weitere Region, der ich mich sehr verbunden fühle: die Eifel. Seit einem Jahr veröffentliche ich in Kooperation mit der Ferienregion Prüm meinen Urlaubsblog „Hauptsache Eifel“ mit Fotos und Texten zu speziellen Orten und Themen. So kann ich auch dort nach Herzenslust erkunden, fotografieren und schreiben.

Buchvorstellung März 2014

Es ist ein großes Geschenk, seine Leidenschaft leben zu dürfen – zu tun, wofür man eigentlich geschaffen wurde. Gott sei Dank konnte auch eine schlechte Weichenstellung nicht verhindern, dass mein leichtsinniger Gedanke wahr wurde:

Ich bin Autorin!

Susanne Wingels

Susanne Wingels

Autorin und Bloggerin "Hauptsache Eifel"

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