Plötzlich traf es mich, ich war nicht mehr alleine. New York nach Sindelfingen, Deutschland - WirSindDu

ARBEIT + LEBEN

Labels sind für Klamotten und nicht für Menschen.

Manchmal muss man seine Geschichte neu schreiben.

Wir haben das Klischee gehört, dass im Leben nichts zufällig passiert.

Ich habe mir nie wirklich die Zeit genommen, über diese Aussage nachzudenken. Ich bin nicht jemand, der sich selbst viel analysiert. Ich nehme einfach das Leben so wie es kommt und versuche mein Bestes zu geben. Wenn ich zurückblicke, wie alles begann, erkenne ich das die Umstände die mich zu WirSindDu führten nicht zufällig waren und einen Zweck hatten. 

Wie kleine Teile eines großen Puzzles.​

Alles begann, als ich nach Deutschland kam und mich mit einer neuen Kultur und Mentalität auseinandersetzte. Ich war 50 Jahre alt aber füllte mich alterslos und voller Hoffnung. Als internationaler Marketingprofi, der über 20 Jahre lang eine eigene Werbeagentur in New York City über Höhen und Tiefen führte, stand ich plötzlich an einem großen Scheideweg in meinem Erwachsenenleben.
Es sollte alles anders sein, aber das Leben fragt dich nie, wie du es geplant hast, es passiert einfach. Ich fand die Liebe, ich zog nach Stuttgart, ich arbeitete anderthalb Jahre als Teamleiterin im Marketing eines mittelständigen Unternehmen und war dann plötzlich arbeitslos. Ich war jedoch nicht verzweifelt, ich wusste bereits, dass das Leben Höhen und Tiefen hat. Also bewarb ich mich jeden Tag auf Stellenangebote, die so schnell abgelehnt wurden, wie ich mich beworben hatte. Das verändert etwas in dir. Alle Freunde meinten, dass sie es verstehen, aber wie kann man es verstehen, wenn man selber einen Job hat, wenn man nie in dieser Situation war, wenn man nie erlebt hat, morgens aufzuwachen und nirgends hingehen zu dürfen?

Es war das erste Mal in meinem Leben,

dass ich arbeitslos war und kein Unternehmen benötigte meine Erfahrung, meine Fähigkeiten und meine Ausbildung. Ich weinte jeden Tag, ich hatte das Gefühl, dass die Gesellschaft mich nicht mehr brauchte, obwohl ich wusste, dass ich einem potenziellen Arbeitgeber so viel zu bieten hätte. Ich war kreativ, ich hatte Ideen, ich hatte so viel Wissen, aber das wurde nicht erkannt.
Dann fing es an … zuerst wie ein Flüstern: “es ist dein Alter”, “Unternehmen stellen keine Leute in deinem Alter ein”, “in deinem Alter denken die Leute über den Ruhestand nach”. Aber ich wollte es einfach nicht hören!
Ich habe 30 Jahre in New York gelebt. Die Menschen dort denken anders. Wenn man einen Abschluss im Alter von 60 Jahren möchte, dann macht man ihn einfach. Dort darf man arbeiten, bis man stirbt. Aber hier ist es anders…. oder?

Ist man so jung wie man sich fühlt? Oder doch so alt, wie es im Pass steht?

Darf man nicht einfach so alt sein, wie man ist, um zu bekommen was man will? Ich fühlte mich nicht alt, ich fühlte mich jung und dynamisch. Ich verglich mich mit Menschen, die Jobs hatten, Menschen die jünger waren als ich. Ich wusste, dass ich mindestens den gleichen Job wie sie machen konnte, wenn nicht besser. Also, was war mit mir los? Ich hatte etliche Computerkenntnisse und war mit dem Neuen vertraut. Ich war up to date. Was war falsch? Nach einer Weile fing ich an, mich darauf gedanklich einzulassen, dass ich zu alt bin. Ich fing an zu glauben, dass ich einfach nicht mehr passe. Ich schämte mich für mein Alter. Ich fing an, an mir selbst zu zweifeln. Vielleicht war ich zu alt? Alter und Zeit waren meine Feinde! Innerlich starb ich jeden Tag, weil ich mich in diese Gedankenwelt vertiefte und meinen Überzeugungen und Werten nicht treu blieb. Aber was konnte ich tun? Im Gegensatz zu den USA musste ich mein Geburtsdatum in meinem Lebenslauf angeben, ich musste ein Photo einfügen, Dinge, die in den USA strafbar waren. Ich dachte schon darüber nach in meinem CV mein Alter zu fälschen, aber das war keine gute Idee. Im Laufe der Zeit und nach Hunderten von Absagen wurde es mir endlich klar, dass ich Hilfe brauchte…und zwar schnell, damit ich mich nicht in einer tiefen Depression wiederfinde. Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet, ich bin ein Workaholic und hatte immer noch Träume, wollte etwas bewegen, wollte aktiv sein und arbeiten. Ich wollte morgens aufwachen und Ziele verfolgen.

Was ist Alter überhaupt? Eine Ziffer? Definiert mich eine Ziffer?

Ich hatte das Glück, eine sehr verständnisvolle Ansprechpartnerin bei der Arbeitsagentur zu finden. Sie hat mich unterstützt, war offen und hat von Anfang an gesagt, dass es sehr gefährlich ist, die Alterskarte zu spielen, denn irgendwann werde ich es glauben und es einfach aufgeben. Sie hat mir Jobcoaching empfohlen und ich wurde 3 Monate lang von einem wunderbaren Coach begleitet. Er versicherte mir, dass meine Arbeitserfahrung und Fähigkeiten großartig waren und viele Unternehmen mich einstellen würden. Ich brauchte nur Zeit, um die richtige Firma zu finden.

Also setzte ich meinen endlosen Bewerbungsprozess fort. Vergeblich. Nach weiteren 200 Absagen entschied ich, dass ich mich vielleicht in einem anderen Bereich weiterbilden sollte, vielleicht war meine Marketingerfahrung in dieser produktionsorientierten Gesellschaft nicht gefordert.

Genau hier beginnt die Geschichte von WirSindDu!

Ich entdeckte Aurelia Holding, eine Weiterbildungsakademie, die eine Betriebsmanagerausbildung für Mittelstand, fokussiert auf Menschen 50+ anbot, also perfekt für mich! Wieder einmal war ich im gleichen Zahlenspiel. Ich rief an, vereinbarte einen Termin und fand mich zwei Tage später im Gespräch mit dem Leiter der Aurelia Holding, einem leidenschaftlichen und sehr interessanten Mann. Ein Mann, der den Lauf meines Lebens verändern sollte. Er erzählte mir, dass er sich vor 20 Jahren in der gleichen Situation befand und entschied etwas dagegen zu unternehmen. Menschen in unserem Alter zu helfen, ihren Weg in der Mitte des Lebens zu finden, trotz einer Gesellschaft, die uns für zu alt hält, um produktiv zu sein. Er entschied sich, dieses BMM-Programm für Menschen über 50 zu entwickeln. Es klang alles großartig und ein paar Wochen später konnte ich anfangen. Er stellte mich meinen Kollegen vor, es waren 7. Es fühlte sich an wie im Kindergarten, alle in der gleichen Altersgruppe. Ich war es nicht mehr gewohnt mit Menschen in meinem Alter in der gleichen Klasse zu sein. Wir waren so eine interessante Mischung! Alle 50+, alle mit unterschiedlichen Hintergründen und Kulturen. Wir waren intelligente Menschen, die so viele interessante Geschichten zu erzählen hatten, vom Ingenieur, Vertriebler, Mathematiker, Geologe bis hin zum Architekt. Alle so unterschiedlich, aber gleichzeitig so ähnlich. Wir alle hatten dieselben Probleme, dieselben Barrieren, dieselben Stereotypen, die fast unmöglich zu überwinden waren.

Plötzlich traf es mich, ich war nicht mehr alleine.

Wenn es in einer Klasse 7 Menschen gab, die so interessante und ähnliche Erfahrungen hatten, dann mussten es Tausende oder Hunderttausende von Menschen sein, die die gleichen Barrieren und Stereotypen überwinden mussten. Stereotypen findet man überall, sind nicht an ein Land gebunden, sind grenzenlos, sie beziehen sich nicht nur auf Jobs, sie kommen aus allen Bereichen des Lebens, es sind Barrieren mit denen Menschen täglich konfrontiert sind. Ich war nicht alleine. Das war so eine Erleichterung! Man denkt, wenn man schwierige Zeiten durchmacht, dass man alleine ist und man fühlt sich so verloren. Aber ich hatte plötzlich Gesellschaft und eine Menge davon! Nach und nach lernten ich und meine Kollegen einander kennen und tauschten die gleichen Erfahrungen aus. Ich fühlte mich gestärkt, dass ich zumindest Mitstreiter hatte, dass nichts falsch an mir war, dass die Art und Weise, wie die Gesellschaft uns sah, geändert werden musste, dass wir in eine Kiste mit einem großen Label 50+ gesteckt wurden. Ich erinnere mich, wie oft wir darüber diskutiert haben, über Stereotypen und Vorurteile und wie sie das Denken und Leben der Menschen verändern. Man muss jeden Mensch als Einzelperson kennen, und sich nicht eine Meinung basiert auf ein Vorurteil machen, nur weil die Person einer bestimmten Gruppe zugehört. 

Also beschloß ich, etwas dagegen zu unternehmen.

Am Anfang hatte ich viele Fragen, für die ich Antworten suchte.

  • Was ist das Gemeinsame das uns Menschen verbindet?
  • Wie können wir Menschen kennenlernen, so dass wir als Gesellschaft die Stereotypen, und die Vorurteile zerstören? 
  • Wie können Menschen voneinander lernen? 
  • Wie kann ich dieses Gefühl dass ich empfand “nicht allein zu sein” anderen Menschen wiedergeben? 
  • Was macht uns Menschen einzigartig? 

Die Antwort lag für mich bereit, entdeckt zu werden.

Ich dachte über einen Artikel nach, den ich kürzlich gelesen habe, von Toby Ord, einem Professor aus Oxford. Er erzählte die Geschichte der Menschheit während unserer 200.000 jährigen Existenz. Er befasste sich mit unserer Menschheitsgeschichte, unserer Vergangenheit und Zukunft als menschliche Spezies.

Er hatte Recht!

Was uns während unserer 2000 Jahrhunderte Existenz als Menschen von anderen Spezies unterschied, ist unsere Fähigkeit, zusammenzuarbeiten und mit anderen Menschen zu kooperieren. Es ist Teamarbeit.  Aber viel wichtiger als das ist unsere Fähigkeit, über die Zeit und über Generationen hinweg zusammenzuarbeiten. Indem wir Informationen, Werte und Innovationen an unsere Kinder weitergaben, entstand Teamarbeit über Generationen hinweg.

Die Antwort war da: Geschichten.

In den letzten 5000 Jahren, durch das geschriebene Wort und davor mündlich von einer Person zur anderen.

Unsere Geschichten sind Lektionen, Inspiration, Motivation und Fortschritt  für uns Menschen. 

Ein Netzwerk von Geschichten, ein Knowledge-Sharing Online Portal über Menschen und für Menschen. Egal ob Unternehmen oder Privat jeder von uns hat eine Geschichte, eine Lebenserfahrung die wenn shared, sich verbreitet und zum Leben gebracht wird, weil andere Menschen sich damit identifizieren, inspirieren und voneinander lernen. 

Gemeinsam können wir etwas aufbauen, das größer als wir selbst ist. One story at a time.

Ende 2019 habe ich zusammen mit zwei Partner WirSindDu gegründet. WirSindDu bringt Menschen zusammen durch die Kraft der Geschichten.

Wir erzählen und lieben Privatgeschichten, als auch Unternehmensgeschichten, weil hinter jedes Unternehmen, Menschen mit persönliche Geschichten und Erfahrungen stehen. Diese Geschichten verbreiten Lebenserfahrungen mit wertvollen Lektionen für uns alle. 

Stories machen uns zu wer wir sind, zu Menschen.
Mindestens ein Leben jeden Tag berühren.
Ein Unterschied in unseren Welt machen.
"One Story at a time"
Auf diesen Fundament wurde WirSindDu gegründet.

Operativ sind wir Anfang 2020 – Mitten in der Corona Zeit gestartet. Das war und ist noch eine harte Zeit für uns alle. Aber wir sind überzeugt dass “in jeder Krise steckt nicht nur eine Chance sondern auch eine Möglichkeit.” Martin Luther King. 

Wir sind offen und resilient auf unsere neue Zukunft. Wir haben aktuell unsere Dienstleistungen in Marketing und Design erweitert, so dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen. 

Eins steht fest: die zwischenmenschlichen Beziehungen sind heutzutage immer wichtiger. Was uns trennt ist uns immer bewusst, aber was uns Menschen verbindet sollten wir immer, nicht nur in Krisenzeiten, vor unseren Augen haben. 

Die Corona Zeit hat unsere Denkweise fundamental verändert. Unter anderen es hat uns allen gezeigt was unsere Gemeinsamkeit, die Verbundenheit miteinander bedeutet. 

Wir sind noch am Lernen, und werden den Weg in die Zukunft gemeinsam gehen.
Wir freuen uns darauf und auf eueren Geschichten!

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